Unfallflucht kann nur vorsätzlich begangen werden. 
Sie müssen bemerkt haben, dass Sie etwas oder jemanden geschädigt haben. Es gibt 3 Kriterien, wie Sie einen Unfall bemerken können:
 
  1. Sehen (visuelle Wahrnehmbarkeit)
  2. Hören (akustische Wahrnehmbarkeit)
  3. Spüren (taktile Wahrnehmbarkeit)
 

Fahrerflucht bzw. unerlaubtes Entfernen vom Unfallort § 142 StGB ist strafbar, wenn:

 
  1. Sie einen Unfall im öffentlichen Straßenverkehr 

Der Unfall muss sich im öffentlichen Straßenverkehr ereignet haben bzw. auf Parkplätzen, die in der Regel der Öffentlichkeit oder einem größeren Personenkreis frei zugänglich sind.
 
D.h., dass zum Beispiel in Tiefgaragen, in denen die Stellplätze fest vermietet sind, keine Unfallflucht begangen werden kann, da sich der Unfall nicht im öffentlichen Straßenverkehr ereignet.
 
 
  1. mit Sach- oder Personenschaden verursacht

Sie haben einen Fremdschaden verursacht, der nicht völlig belanglos ist. Bei einem Sachschaden liegt die Grenze bei etwa 25,00 €. Ist der Schaden geringer, ist der Tatbestand der Unfallflucht nicht erfüllt. 
 
Wenn Sie als Unfallverursacher dabei einen höheren Schaden erleiden, kommt ebenfalls keine Fahrerflucht in Betracht. Es kommt nur auf den Fremdschaden an.
 

 

  1. und sich vom Unfallort entfernt haben, ohne die Feststellung Ihrer Person, des Fahrzeugs und der Art Ihrer Beteiligung zu ermöglichen

Nach dem Unfall müssen Sie eine angemessene Zeit an der Unfallstelle abwarten, ob der Geschädigte oder eine andere feststellungsbereite Person auftaucht, um Ihre Personalien entgegenzunehmen. Es genügt nicht, an dem beschädigten Fahrzeug einen Zettel mit dem Namen und der Telefonnummer zu hinterlassen, da Sie so die Festellung des Fahrzeugs und die Art Ihrer Beteiligung verhindern.
 
Erst wenn Sie dem Geschädigten oder der Polizei Ihre Personalien gegeben haben, können Sie sich erlaubt vom Unfallort entfernen.
 
Eine pauschale Dauer, wie lange Sie an der Stelle warten müssen, gibt es nicht. 
 
Die Wartezeit hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Stellen Sie sich die Frage, wann wahrscheinlich mit dem Erscheinen des Geschädigten zu rechnen ist. Auf einem Supermarktparkplatz werden Sie damit rechnen können, dass innerhalb der nächsten 30-45 Minuten jemand kommt, dem das beschädigte Fahrzeug gehört.
Handelt es sich um einen "vereinsamten" Parkplatz an dem möglicherweise die nächsten Tage keiner vorbeikommt, rufen Sie bei der Polizei an und melden den Vorfall, bevor Sie den Unfallort verlassen und fahren dann zu einer Dienststelle in der Nähe.
 
 
 
 

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Haben Sie Anspruch auf Nutzungsausfall?

 

Nach einem Verkehrsunfall sollten Sie die Höhe des Sachschadens an Ihrem Fahrzeug feststellen lassen. Dies geschieht entweder durch einen Kostenvoranschlag oder durch ein Gutachten.

Diese Kalkulation ist die erste Grundlage, Ihre Forderungen bei der Versicherung des Unfallverursachers geltend zu machen. 

 

Als Eigentümer des Fahrzeugs haben Sie freie Wahl, was mit dem Schaden geschehen soll. Behalten Sie die Beule im Kotflügel, oder lassen Sie den Schaden reparieren. Sie haben die Wahl, hier kann Ihnen die Versicherung keine Vorschriften machen.

Kürzlich hat ein Mandant von mir einen Kupplungssatz über das Internet bestellt. Nachdem der Einbau durch die Werkstatt erfolgt war und der Werkstattmeister seine erste Probefahrt mit dem Auto machte, stellte sich ein massiver Mangel an dem Teil heraus.

Der Mangel wurde noch am selben Tag bei dem Verkäufer moniert. Dieser forderte den Mandanten auf, den Kupplungssatz zurückzuschicken, damit eine Überprüfung durch den Hersteller erfolgen könne. Ein Ersatz wurde dem Mandanten für das mangelhafte Teil nicht geliefert, geschweige denn angeboten.

Eine Woche später kaufte der Mandant in seiner Werkstatt ein passendes Ersatzteil und ließ dieses durch die Werkstatt einbauen. Die Kosten hierfür hätte der Mandant gern von dem Verkäufer erstattet.

Im Moment streiten wir mit dem Lieferanten darüber, ob der Mandant dem Verkäufer eine Frist zur Nacherfüllung hätte setzen müssen, bevor er von ihm den Ersatz für das Ersatzteil und die Einbaukosten fordern darf.

Sie sind unverschuldet in einen Verkehrsunfall geraten. Sie haben den Namen des Unfallverursachers, die Polizei hat den Unfall aufgenommen, auch die Versicherung des Unfallverursachers hat sich schon bei Ihnen gemeldet.
 
"Dann brauche ich doch gar keinen Anwalt, das läuft doch alles" -  denken Sie.
 
Die Versicherung sagt auch, dass Sie keinen Anwalt brauchen. 
 
Logisch. Die Versicherung will Geld sparen - und zwar auf Ihre Kosten! Wenn Sie nicht Ihren gesamten Schaden erstattet haben möchten, der Ihnen durch den Unfall an Schaden entstanden ist, können Sie auf einen Anwalt verzichten. Die Versicherung freut das ganz besonders.
 
 
Wenn nicht, sollten Sie Ihren Unfall von einem Anwalt regulieren lassen, der mit der Versicherung auf Augenhöhe reden kann.  Pro Jahr regulieren wir ca. 500 Verkehrsunfälle für unsere Mandanten. Wir wissen, wovon wir reden. 
 
Wir arbeiten für Sie auf Kosten der Versicherung des Unfallverursachers.
 

 

Genießen Sie weiterhin Ihren Feierabend - in der Zwischenzeit regeln wir das für Sie!